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Kontemplative Psychologie

Innewohnende Gesundheit

Das Herzstück der kontemplativen Psychologie ist die Grundannahme, dass jedem Menschen ein Kern unzerstörbarer Gesundheit innewohnt. Dieser zeigt sich auch bei noch so kranken Menschen in Augenblicken der Offenheit, des Mitgefühls und der geistigen Klarheit, in denen Würde und Weisheit aufblitzen. Innewohnende Gesundheit ist kein Konzept, das vorausgesetzt oder postuliert wird. Sie erschließt sich uns vielmehr in der eigenen Erfahrung, wenn wir bereit sind, mutig und offen mit dem eigenen Erleben unmittelbar in Kontakt zu kommen. Daher sind in der kontemplativen Psychologie nicht die Symptome oder zwischenmenschlichen Konflikte Ausgangspunkt für den therapeutischen Prozess, sondern die Stärkung der gesunden und kreativen Lebensenergien.

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Meditation

Meditation gehört zu den ältesten Therapieformen der Welt und für die kontemplative Psychologie ist sie die Arbeitsbasis schlechthin. Meditation ermöglicht einen achtsamen Zugang zu jedem Augenblick unserer inneren und äußeren Erfahrung. Sie hilft zu sehen, was und wer wir wirklich sind, jenseits aller Glaubensgrundsätze, Dogmen und Selbstzuschreibungen. Dadurch lösen sich Konditionierungen, der Geist wird mit dem Körper synchronisiert und ein Zugang zu unseren verdeckten gesunden Kräften wird ermöglicht. Neben der Sitzmeditation, bei der die Aufmerksamkeit vor allem auf den Atem gerichtet ist, wird auch Tonglen geübt. Die Tonglen-Praxis dient insbesondere dazu, unser Herz für die Weisheit einer mitfühlenden Kommunikation zu öffnen.

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Mitfühlender Austausch

Wir sind mit der Fähigkeit geboren, uns von der Welt berühren zu lassen. Indem wir uns offen und unmittelbar auf das körperliche, emotionale und geistige Erleben eines anderen Menschen einlassen, erfahren und vertiefen wir, wie sehr wir uns im Fühlen, Denken und Handeln öffnen. Durch achtsames Gewahrsein und durch eine akzeptierende Grundhaltung schaffen wir einen geschützten Raum, in welchem ein solch intensiver emotionaler Austausch möglich ist. Dadurch können tiefgehende Heilungsprozesse angeregt werden. Von dem ähnlichen Phänomen der Übertragung setzt sich das Karuna Training dadurch ab, dass der Prozess des Mitfühlenden Austauschs nicht konzeptuell oder therapeutisch genutzt wird, sondern dass durch das bedingungslose und nicht konzeptuelle Teilen dessen, was im Raum entsteht, innewohnende Gesundheit erlebbar wird.


"Buddhafamilien" und Raumgewahrsein

Durch Meditationspraxis und Arbeit an unseren eigenen emotionalen Mustern entwickeln wir größere Akzeptanz in Bezug auf uns und die uns umgebende Welt. Die damit verbundene Entspannung und Klarheit ermöglichen es, die uns erscheinende äußere und innere Welt als offenen Raum zu erspüren, in welchem unterschiedliche Energien auftauchen. Mit Hilfe der Maitri-Raum-Gewahrseins-Praxis werden diese Energien untersucht und wir lernen ihre neurotischen oder gesunden Manifestationsformen in unserem eigenen Erleben zu erkennen. In der Maitri-Raum-Gewahrseins-Praxis, die von Chögyam Trungpa entwickelt wurde und die sich auf die tibetisch-buddhistischen Belehrungen über die Fünf Buddhafamilien bezieht, arbeiten wir mit unterschiedlich farbiger Umgebung und yogischen Körperhaltungen, um Energiemuster in uns zu erwecken und zu verstärken. In einem sicheren Gruppencontainer haben wir dadurch die Möglichkeit, größere Transparenz und Freundlichkeit in Bezug auf unsere emotionalen Muster zu entwickeln. Dieser Prozess fördert Humor, Freundlichkeit und Akzeptanz im Umgang mit uns selbst und anderen und lässt wahres Mitgefühl entstehen. Dies lässt eine natürliche Entspannung und Furchtlosigkeit zu, die wir in den Umgang mit uns selbst und in die Arbeit mit anderen einladen können. Eine theoretische Auseinandersetzung mit den tibetisch-buddhistischen Belehrungen über die Fünf Buddhafamilien, welche untersuchen, wie sich Weisheit in verschiedenen sowohl erleuchteten als auch verwirrten Formen bzw. Gefühlen ausdrücken kann, vervollständigt die Arbeit.

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